Dienstag, 6. August 2019

Bohemians Prag 1905 - FC Viktoria Pilsen

Samstag 03. August 2019

Die große Hitzewelle ist vorbei und das Wochenende kam mit schönem, angenehmen sommerlichen Wetter um die Ecke. Der Fussballgroßmogul aus der Landeshauptstadt spielte gegen einen baden-württembergischen Sportclub und da die aktive Fanszene es vorzog im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion ein offentliches Fussballgucken zu
Willkommen in CZ!
veranstalten, begab sich der Autor samt Brownie dorthin und wollte einen angenehmen Nachmittag verbringen. Die Eintrittkarten wurden uns eine Woche zuvor beim Heimspiel gegen Nürnberg in der Towi irgendwie untergejubelt. Ob es am übermäßigem Alkoholkonsum, oder an den brennend heißen Temperaturen lag, dass man die Karten ohne groß zu überlegen entgegennahm, lasse ich an dieser Stelle unkommentiert im Raum stehen. Der geneigte Leser kann sich sicherlich schon denken, woran es gelegen haben könnte.

Der Nachmittag begann im Großen Garten bei einem kühlen Blonden und nahm nach zwei übertriebenen Portionen Pommes seinen Lauf im K-Block. Das Bier und die Speisen wurden Dank selbstausrichtenden Ultras zum schmalen Taler angeboten und somit lief das Dosenbier ohne großartige Berührung mit der Außenwelt die trockenen Kehlen herunter. 
Das Spiel unserer Goldfüße konnte in der ersten Hälfte noch halbwegs überzeugen, allerdings waren die zweiten 45 Minuten eine mittelschwere Katastrophe, was das Fussballspielen anbelangt. Durch den erweiterten Konsum von Brauereiwaren, konnten die 90 Minuten irgendwie überstanden werden. Im Normalfall wäre der Autor nun nach Hause gegangen und hätte sich mit dem anderem Stammautor das Supercup-Irgendwas-Finale angeguckt. 
Heimblock der Ultras Bohemians
Aber nicht so an diesem Samstag! Zwei gut bekannte Kumpels weilten ebenfalls im Stadion, meinten allerdings auf der Plastiksitzschale Platz zu nehmen und hatten heute noch einiges vor. Oben genanntes Spiel gefiel dem Fahrer ganz gut und sollte von ihm angepeilt werden. Der Autor musste nicht lange überlegen und fragte schnell per Messengerapp nach, ob er mitkommen könne, dies wurde bejaht, und so nahm das Unheil seinen Lauf. Nach diversen Umwegen konnte relativ schnell die erste Tankstelle im Nachbarland angesteuert werden. Dort konnte die Flüssigkeit den Körper verlassen und die Rauchwarenvorräte aufgestockt werden.
Die Haupttribüne in vollem Glanz
Eine Vignette musste nicht beschafft werden, kam der Fahrer doch erst vor weniger als 24 Stunden aus dem Urlaub in Ungarn und somit klebte das kleine Plastikkärtchen bereits an der Windschutzscheibe. Weiter ging die Fahrt und durch diverse Trödeleien konnte der Parkplatz am Stadion erst kurz vor knapp befahren werden. Schon auf diesem strahlte die Honzahaupstadt in ihrer vollen Pracht. Ringsum ranzige alte Wohngebäude, das Parkwärterhäuschen wurde vor 30 Jahren aus Pressspan gebastelt und die Rückseite der Tribüne vom Stadion hatte ihre besten Tage auch schon hinter sich.

Goldenes Pivo
Flinken Fußes ging es dann auch schon zum Kartenschalter und nach der Leibesvisitation und dem Kartenkauf (Ja, genau in der Reihenfolge) konnte man auch schon das Stadion mit dem schönen Namen Dolicek betreten. Dieses kleine Schmuckstück im Prager Stadtteil Vrsovice wurde 1932 erbaut und laut Wikipedia das letzte Mal 2007 renoviert. Viel davon gesehen hat man allerdings nicht. Ganz schön abgeranzt die Hütte. Genauso wie der Haferer es mag! Einlass wurde uns an der Hintertortribüne gewährt, welche auch die aktive Fanszene beherbergt. Diese wusste auf den ersten Blick zu gefallen! Ein sehr bunter, alternativer Block, indem man sich neben Bier und Wurst auch an diversen anderen, sehr pflanzlichen Gerüchen erfreuen durfte. Drogenkonsum wird hier anscheinend groß geschrieben! Der Block hatte sogar eine Choreo im Gepäck und machte über die kompletten 90 Minuten ganz gut Stimmung. Bemerkenswerterweise gab es hier eine Trommlerin, die dem Block ordentlich einheizte. Das hab ich in unseren Gefilden bisher auch noch nicht gesehen.
Wie so oft führte der erste Weg an den Verpflegungsstand. Dieser offerierte allerdings nur Bier, was jedoch kein Hinderungsgrund war, die Kronen den Besitzer wechseln zu lassen. Der halbe Liter im stylischen Becher konnte für umgerechnet 2 €uro den Besitzer wechseln.
Traumhafte Kulisse
Da das Spiel nicht wirklich zu begeistern wusste, begaben wir drei uns hinter die Haupttribüne, welche im Übrigen die einzige überdachte war. Dort gab es das Vereinsmuseum, zahlreiche Fressstände und den Fanshop zu bestaunen. Im Laden wurde sich mit dem Nötigsten versorgt und dann ging es auch wieder auf die Tribüne, um dem Spiel doch noch ein wenig zu folgen. Neben der erwähnten Haupttribüne und der hinter dem Tor, gab es noch eine auf der Gegengerade. Diese bestand allerdings nur aus ein paar Stufen. Dort waren übrigens auch die ca. 200 Gästefans aus der 100 Kilometer entfernten Bierstadt untergebracht, welche gegen Ende des Spieles auch mal etwas Pyro zündeten. Die vierte Seite war verwaist und nur eine kleine Videowand stand dort und bot dem grau der Wand einhalt. Alles in allem findet man hier ein wahres Kleinod der urbanen Stadionarchitektur vor. Das so etwas im Profifussball noch zu erleben ist, freut den Autor ganz besonders. Die heute anwesenden knapp 6.000 Zuschauer stellen einen ungewöhlich hohen Besucheransturm für die Heimelf dar. Durch den abgeranzten Charme und die tolle Atmosphäre hat die Spielstätte hier schon alleine 5 von 5 Tribünen verdient. Dass der Eintritt mit umgerechnet nur 6 €uro für ein Erstligaspiel unheimlich günstig ist, kommt nur noch als i-Tüpfelchen oben drauf.
Das Vereinsmuseum: Klein aber fein!

In der Halbzeit sollte das Highlight folgen. Wer von der geneigten Leserschaft schon einmal im Honzaland beim Fussball war, oder unsere Publikation aufmerksam verfolgt, sollte wissen, dass es sich nur um eine Sache handeln kann: Die Klobasa! Und auch heute wurden die Anwesenden nicht enttäuscht. Diese rotbraune Köstlichkeit, welche im Zusammenspiel mit tschechischem Senf und diesem unnachahmlichen Schwarzbrot für eine Geschmacksexplosion der besonderen Art sorgt, ist allein schon ein Besuch im Nachbarland wert. Und auch heute konnte diese liebliche, herzhafte Fleischdelikatesse voll und ganz die Gaumen der Besucher kitzeln. Heiß, lecker, günstig! So muss das sein!
Da ist das Ding!

Desweiteren konnten noch Fettbemmchen, frittiertes Irgendwas und Gebäck käuflich erworben werden. Da wir uns allerdings nicht den Klobasageschmack aus den Mündern stehlen lassen wollten, lagen die Teilchen auch nach unserem Besuch noch in der Auslage. Alles in Allem kann man hier gut und gerne 4 von 5 Bockwürsten vergeben. Einziges Manko war nur die Abwesenheit von kleinen Süßen Leckereien. Daher der eine Punkt Abzug.
Auch während der Halbzeitpause mussten die gekachelten Nebenräume besucht werden. Während der Großteil der Besucher die angrenzende Mauer nutzte um sich zu erleichtern, begab sich der Autor auf das stille Örtchen, welches sich unter der Haupttribüne befindet. Schließlich sind wir ja nicht zum Vergnügen hier! Knallharte Recherchearbeit war angesagt. Und so machte er sich auf und erwartete das Schlimmste! Aber da wurde er doch eines Besseren belehrt. Die Toiletten waren ordentlich sauber, zahlreich vorhanden und es roch auch nicht nach unterschiedlichen Ausdünstungen und / oder Ausscheidungen. Alles schick in grün und weiß (die
Die anderen Leckereien
Vereinsfarben) gehalten und sogar die geliebten Papierhandtücher waren dem Ansturm gewachsen und auch bei einem Besuch nach Abpfiff noch vorhanden. Auch hier können gut und gerne 5 von 5 Klobürsten vergeben werden. Starke Leistung der Bohemians!

Das Spiel selber wurde mehr schlecht als recht verfolgt. Allerdings konnten die Männer, welche das Känguru auf der Brust tragen, dem aktuellen Vizemeister ein 0:0 abtrotzen. Jetzt wird sich der eine oder andere Leser sicherlich fragen, warum sich ein Beuteltier nicht nur im Wappen der grün-weißen Heimmannschaft verbirgt, sondern auch als Maskottchen dient und auch sonst im gesamten Stadionumfeld omnipräsent ist. 
Eine kurze Abhandlung aus der Geschichte: Die Mannschaft, welche damals noch AFK Vrsovice hieß, absolvierte 1927 eine Reise nach Australien unter dem Namen Bohemians Prag, welche knapp drei Monate dauerte. Auf dieser bekam die Mannschaft von irgendeinem Politiker ein Kängurupaar geschenkt, welches später in den Zoo von Prag verbracht wurde. Die Tour schweißte die Mannschaft so eng zusammen und war so ein identitätsstiftendes Momentum, dass der Verein den Namen Bohemians annahm und das Beuteltier in sein Wappen übernahm. So einfach ist die Geschichte und soll nur als Randnotiz herhalten.
recht ansehnliche Toiletten

Wie oben schon erwähnt taugt das spielerische Niveau nicht wirklich dazu, hier großartig viele Worte in die Tastatur zu hämmern, daher will ich es auch gern dabei belassen. Nach dem Spiel wurde der Parkplatz angesteuert, um die Heimfahrt wieder anzutreten. Allerdings haben die Mitreisendem dem Autor da einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Da der Schreiberling schon des Öfteren in Prag verweilte, erwähnte er ganz beiläufig, dass es in der Innenstadt wohl einen ganz netten Nachtclub gäbe. Da wurden die Ohren der Mitreisenden groß wie Radarschüsseln und die weitere Abendgestaltung war abgemachte Sache. Nur um es zu betonen, versuchte der Autor sich noch erfolglos in Widerworten zu üben! Nach schier endlosen Runden über den Wenzelsplatz der Parkplatzsuche geschuldet, betrat man dann auch schon bald den altbekannten Club. Über den weiteren Abend hülle ich einfach mal den Mantel des Schweigens. Einerseits bleibt in Prag, was in Prag passiert und anererseits war der konstant hohe und schleichende Alkoholkonsum dem Erinnerungsvermögen nicht gerade zuträglich. Nach verschlafener Fahrt konnte der Autor gegen halb sechs in der Früh wieder an seiner Matratze horchen und den Sonntag Sonntag sein lassen.

Am Ende bleib ein wunderschönes altes Stadion, eine Wurst die in Deutschland ihresgeleichen sucht und ein verkaterer Sonntag!

Anwesende: Robin Herrmann, Patrick Hermann, Marcus Wiltzsch
Autor: Marcus Wiltzsch

Montag, 22. Juli 2019

SG Kesselsdorf gg. SG Dresden Striesen

Sonntag 21. Juli 2019

Die alte Saison ist vorüber und die neue zeigt schon, dass sie in den Startlöchern steht. Die Dritte Liga beginnt und in der Zweiten Liga werden ab nächsten Wochenende die Töppen wieder geschnürt. Die Aktiven in den unteren Ligen, der hiesigen Gefilde, haben noch bis Mitte August frei und können sich voll und ganz der fußballerischen Vorbereitung widmen. Machen sie natürlich auch! Zu dem oben erwähnten, völlig bedeutungslosen Testspiel fand sich das Stammautorenkollektiv in kompletter Mannschaftsstärke ein. Doch warum, wird sich der geneigte Leser fragen? Das Wetter war gut, die Sonntagsplanung ließ ein wenig Zeit um den Nachmittag herum frei, und überhaupt? Warum eigentlich nicht?
Feiner Erdwall als Tribüne nutzbar



Nach dem fussballerischen Leckerbissen, den sich beide Autoren unter der Woche gegeben haben, musste jetzt ein wenig Schonkost her. Und da beide noch nicht auf der Anlage bei einem Spiel verweilten fuhr uns Zwulf in gewohnt zackiger Manier ins westlich der Landeshauptstadt gelegene Kesselsdorf. Dank neuer Medien konnte das Plastikgeläuf, trotz Umleitung, recht schnell und ohne sinnlose Umwege gefunden werden. Das Gefährt wurde flugs auf dem Spielerparkplatz abgestellt und der erste Gang führte die Haferer, wie sollte es anders sein, an die Verpflegungsstelle.
Prost!

Diese befand sich im recht schicken Funktionsgebäude etwa 100 Meter abseits des Kunstrasenplatzes. Die drei Insassen (Frau, Mann, Hund) nahmen recht schnell Notiz von uns beiden und wir wurden freundlich und rasch mit dem Nötigsten versorgt. Feder (der "Wirt"?), wie er sich selber vorstellte, konnte förmlich die Wünsche in den Augen der durstigen Gäste ablesen und kredenzte uns flüssiges Gold in brauner bzw. grüner Glasware. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass es feste Nahrung leider erst in der Halbzeit geben wird. Nun will ich hier an der Stelle schon mal etwas vorgreifen. Die Bockwurst, welche uns in der Halbzeit serviert wurde, war eine der besseren Sorte. Ein unnachahmliches Knacken beim Reinbeißen ließ vermuten, dass da Fachkräfte am Werk waren. Für 2 €uro wurde der Riemen wahlweise auf Keramik (für den Verzehr in der Lokalität) oder Pappe (logischerweise für draußen) dargereicht. Der gute Bautzner mittelscharf und der obligatorische Toast durften zum Essen natürlich nicht fehlen. Für die erlauchteren Genießer gab es noch Wiener, welche allerdings von uns nicht getestet wurden. Zu lecker kam die Bockwurst daher. 
Auch das Getränkesortiment wusste zu überzeugen. Flaschenbier in aller Herren Auswahl stand bereit, um die trockenen Kehlen zu befeuchten. Wir hielten uns an Radler und Feldschlösschen fest. Zu 1,60 €uro wechselten die Flaschen den Besitzer. Leider gab es nix drumherum. Keine Fischsemmel, Gummischlangen oder Kuchenstücken wurden angeboten. Gut! Der einfälltige Einmalkonsument könnte sagen: "Ist ja nur´n Testspiel. Da kommt doch eh keiner!" Der geneigte Haferer sagt aber: "Sobald hier Leute eingelassen werden, bedarf es der bestmöglichen Bewirtung durch den gastgebenden Verein!"
So kann es hier maximal eine durchschnittliche Bewertung von 2,5 von 5 Bockwürsten geben. Mit ein bisschen mehr Engagement kann hier eine sehr gute Punktzahl gegeben werden, da die Grundelemente ja vorhanden sind. Gute Wurst und sehr sympatischer und liebenswerter Kneiper.
Stilvoll auf Keramik serviert

Kurz vor dem Anpfiff begaben wir uns zum Spielfeld, auf dem sich auch schon fleißig warm gemacht wurde und beide Teams in den letzten Zügen des Briefings waren. Der Platz ist eigentlich gar nicht so schlecht. Auf drei Seiten von einem Erdwall umgeben wirkt das ganze schon ein klein wenig wie Stadion. Wie eingangs erwähnt, handelt es sich um den Kunstrasenplatz der Kesselsdorfer Sportgemeinschaft. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch der Naturrasen, welcher mit einer kleinen schicken Holztribüne aufwarten kann. So musste man nun also mit der unliebsamen Ausweichvariante vorlieb nehmen. Eintritt: Fehlanzeige! Daher gab es auch keine Eintrittskarte. Schade! Dafür gab es auf der Haupttribüne einige Bänke, auf denen die Anwesenden Platz nehmen konnten. Wäre da nicht dieses lästige Geländer gewesen, welches ziemlich genau auf Augenhöhe die Sicht versperrte. Also nix gewesen mit gemütlichem Sitzen. Zur zweiten Halbzeit wussten sich die Haferer aber Abhilfe zu schaffen und nahmen das etwas erhöhte Holzbüdchen in Beschlag. Da dort sicherlich im Punktspielbetrieb der Ausschank stattfindet, heute aber niemand dort ausschenkte, war dieses Kleinod der Gemütlichkeit verwaist. Schnell wurde sich eine Bierbank hingestellt und mit einwandfreiem Blick auf das Spielfeld wurden die zweiten 45 Minuten sehr angeregt über den Weltfußball quatschend betrachtet. 
Ein echtes Schnäppchen für Senioren

Festgestellt werden muss an dieser Stelle, das die komplette Sportstätte in sauberem Zustand war. Das kann daran liegen, dass überall Mülleimer mit neuen Mülltüten rumstanden, oder aber, dass heute nur etwa 30 Interessierte anwesend waren. Nichts desto weniger können dieser Sportstätte mit Fug und Recht 3 von 5 Tribünen erteilt werden. Ob der Parkraum bei mehr Zuschauern ausreichend ist, oder der Grad der Ordnung immernoch aufrecht erhalten werden kann, kann an dieser Stelle leider nicht abschließend beantwortet werden. Schließlich ist es das Hier und Jetzt, was die Beurteilung ausmacht.
Zum Spielgeschehen selber kann man nicht übermäßig viel festhalten, außer dass die klassenhöhere Mannschaft aus dem Dresdener Osten zu Beginn einige Probleme mit den Hausherren hatte. Anfangs schnell mit 0:2 in Rückstand geraten, beide Tore übrigens nach Eckbällen, konnten sie mit fortschreitender Spieldauer mehr und mehr ihre Überlegenheit ausspielen. Der schlussendliche Spielstand hieß dann auch standesgemäß 4:2 für die Landeshauptstädter. Einen großartigen Klassenunterschied konnte man allerdings nicht wirklich feststellen. Zu eklatant waren die Abschlussschwächen bei der Heim-, sowie auch bei der Auswärtsmannschaft.
Doch auch bei so einem Testspiel, bei dem es um nichts anderes geht, als Spielpraxis zu sammeln, gibt es das ein oder andere Annekdötchen zu erzählen. 
Geschmackvolle Tischdeko

Da ist zum Beispiel der Spieler auf der Bank, der sich partout nicht bewegen wollte, auch nicht, als der Ball über den Zaun flog und ein neuer Ball von der Mittellinie auf das Spielfeld befördert werden musste. Da musste sich dann doch noch der barfüßige Mannschaftleiter der Heimelf bemühen. Danach gab es aber auch eine gepfefferte Ansage vom Coach an den Spieler. Dieser hat sich nach diesem Eklat verdächtig lange an der Seitenlinie warm machen müssen. Ob da Absicht dahinterstand weiß wohl nur der Trainer alleine.
Der andere komische Moment konnte kurz vor Wiederanpfiff beobachtet werden. Da die Gäste während der Pause auf dem Feld blieben, waren diese schon von den Schiris gesehen worden und eigentlich sprach nichts gegen den Pfiff. Aber Halt! Wo waren denn die Hausherren? Diese waren immernoch in ihrer Kabine mit dem eilig herangeholten Taktikboard beschäftigt. Oder es musste noch der Kasten geleert werden, der beim letzten Training versprochen und/oder verwettet wurde. Die Haferer standen am Eingang zum Platz, mit Wurst und Bier in der Hand, und konnten folgendes Gespräch zwischen dem Schiedsrichterkollektiv vernehmen. Hauptschiri: "Wo sind denn die Kesselsdorfer?" Linienschiri: "In der Kabine?" Hauptschiri: "Hast du nicht in den Gang gepfiffen?" Linienschiri: "Nö!"
Somit musste der ältere und kräftigere der beiden Linienrichter nochmal den 100 Meter langen Weg zum Funnktionsgebäude zurücklegen. Aber in aller Ruhe. Ist schließlich Sonntag! Anscheinend wurde es ihm dann selber zu blöd und die letzten 20 Meter wurden im gemütlichen Trab in die Kabine zurückgelegt. Am Ende konten beide Mannschaften eine Halbzeitpause von etwa 25 Minuten genießen. Und wenn der geneigte Leser sich jetzt denkt, dass die restliche Zeit hinten dran gehangen wurde, muss ich ihn leider enttäuschen. Es wurde regulär nach Plan abgepfiffen. 
Sehr ordentliche gekachelte Nebenräume

Ja, auch ein Testspiel hat seine kleinen Besonderheiten zu bieten.
Am Ende bleibt...
Ach! Moment! Die Bewertung der Klobürsten muss ja auch noch erfolgen! (Lange her, dass ein Bericht von mir geschrieben wurde...)
Diese wurden während der Halbzeit von uns begutachtet und für sauber, ordentlich und auch in ihrer Anzahl als solide befunden. Es gab keine unangenehmen Gerüche, Klopapier war vorhanden und es gab sogar Papierhandtücher! Wer unsere Publikation aufmerksam verfolgt, sollte wissen, dass es für diesen Umstand einen Pluspunkt gibt. Alles in Allem können hier sehr gute 4 von 5 Klobürsten verteilt werden, was in Summe der SG Kesselsdorf eine sehr ordentliche Bewertung bescheinigt. 
Sicherlich gibt es hier und da noch diverse Verbesserungen, welche ein absolutes Fussballerlebnis garantieren würden, aber wie eingangs erwähnt, hat die Saison noch nicht begonnen. Ob bei Nieselregen und vier Grad Celsius der Spielbesuch in Kesselsdorf genauso viel Spaß macht, kann bezweifelt werden, aber wie gesagt: Es kann nur das Hier und Jetzt bewertet werden und das entsprach in voller Zufriedenheit unseren Ansprüchen.

Am Ende bleibt ein nicht vergeudeter Sonntagnachmittag abseits unserer Landeshauptstadt mit der Gewissheit, dass auch Testspiele ihren Reiz versprühen.

Anwesende & Autoren: Richard Gläsel und Marcus Wiltzsch

Donnerstag, 4. Oktober 2018

SG Motor Freital - SV Blau-Gelb Stolpen

Mittwoch 03. Oktober

Der Herbst von seiner schönen Seite
Mittwoch! Ausschlafen, Tag vergammeln und Nachmittags zum Fussball! Hat da etwa jemand Urlaub? Mit Nichten! Schließlich lungert der Tag der Deutschen Einheit so verloren an einem Mittwoch im Kalender rum, dass man nicht umhin kommt, diesen sinnvoll mit Lebenszeit zu füllen. 
Was passt da besser, als sich dem Hafer zu widmen? Genau, nichts! Tags zuvor noch mit dem allseits bekannten Stammleser ein Spiel ausgesucht und schon stand dem bunten Treiben auf dem Platz eigentlich nichts mehr im Wege. Vorher noch der Versuch beim CEO und Stammautoren unternommen, ob denn die temporären Verpflichtungen einen Spielbesuch zulassen, wurde von ihm allerdings abgelehnt.
Auch Senf und Ketchup feiern Wiedervereinigung
Am Morgen des Spieles stellte sich anscheinend doch noch ein Fuß in die Tür und das oben erwähnte Spiel konnte zu dritt besucht werden. Der Fahrer wurde auch sehr schnell erkohren und somit konnte gegen zwei Uhr die wilde Reise beginnen. Der Weg ins beschauliche Freital wurde dieses Mal mit einem schwarzen Knödelbomber ohne Namen angegangen. Innerhalb einer halben Stunde konnte nach einer etwas umständlicheren Fahrt über Bannewitz, einem dunklen Stück Wald und durch das idyllische Poisental das Stadion des Friedens erreicht werden. Anfänglich war von einem heutigen Spielbetrieb an Ort und Stelle nichts zu sehen. Erst allmählich wurden sich warm machende Spieler ins Auge gefasst. Das KfZ wurde am Parkplatz an der ortsansässigen Kegelbahn abgestellt und man begab sich bei ungemütlichen, weil regnerischen und windigen Wetter ins Freie. Da die Wetterfestigkeit der Kleidung nicht überstrapaziert werden sollte, stellte man sich kurz unter und wartete bis das Wasser von oben vorrüberzog. Nach kurzer in Augenscheinnahme der Kegler und dem Genuss einer Rauchware, konnte man sich fast trockenen Fußes zum frischen Grün bewegen. Als die Regenschirme geschlossen waren, stand man auch schon vor der Tränke. Da sich die tapferen Recken nicht lange bitten ließen, wurde kurzerhand Kontakt mit den Einheimischen aufgenommen und sich mit flüssigem Gold versorgt. Schnell begab man sich auf die Tribünenseite mit der direkten Sonneneinstrahlung und schon bald konnte das Treiben auf dem Rasen beginnen. 
Ohne Worte
Um es vorweg zu nehmen, hier gab es heute nichts anderes als Hafer in Reinform zu erleben. Die Heimmannschaft konnte zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise gefährlich vor das Tor der Gäste kommen. Selbst bei eigenen Abstößen, konnte nur in Ausnahmefällen der eigene Spieler und/oder die gegnerische Spielfeldhälfte erreicht werden.
Dass das Endergebnis von 0:6 noch geschmeichelt war und eigentlich zweistellig hätte ausfallen müssen, soll hier nicht weiter kommentiert werden. Bezeichnenderweise sei hier der Heimspieler mit der Rückennummer 11 erwähnt, der mehr mit seiner Haarpracht beschäftigt war, als mit dem Gegner. Ein flugs eingerichtetes Trinkspiel, bei dem ein Schluck aus der Pulle genommen werden musste, sobald der Spieler sich die Tolle richtete, musste nach weniger als fünf Minuten abgebrochen werden, da sich sonst eine formvollendete Alkoholvergiftung bei den Teilnehmern schon in der ersten Hälfte eingeschlichen hätte. Die Gäste aus der Burgstadt waren einfach in manchen Spielsituationen blind und das Unvermögen in Fuß oder Kopf bahnte sich den Weg zum Versagen. Schlussendlich ist das 6:0 verdient, sollte aber im Normalfall zweistellig ausfallen.
Kollektiv und Stammleser beim Hafern
Da bei oben erwähnter Spielerei einiges an Gerstensaft die Hälse hinunterfloss, bahnte sich diese Masse ihren Weg auch wieder hinaus. Der CEO musste als erster die Keramik besuchen und tat dies schon während der ersten Halbzeit. Unnötig zu erwähnen, dass er das 2:0 verpasst hat. 
Damit aber nun schnell zur ersten Bewertungskategorie: Die Klobürsten!
Nach dem Weg in die Katakomben, fand man recht schnell die gekachelten Nebenräume, welche durchaus zu überzeugen wussten. Vier Pissoirs, drei Kabinen und alles in recht sauberem Zustand. Für die Anzahl der Anwesenden und die örtlichen Begebenheiten mehr als ausreichend. Einziges Manko ist wie so oft, der dämliche Airwolf und ein abgerissener Seifenspender. Gegen den zweiten Missstand wurde die Handseife im praktischen Spender neben den Hahn gestellt. Gegen den ersten Fauxpas wurde leider keine Abhilfe geschaffen. Der Weg zu den sanitären Anlagen und der Airwolf lassen hier leider nur 3,5 von 5 Klobürsten zu. 
Hier entscheiden nur Nuancen, welche eine Bewertung von vier Punkten leider nicht zulassen. Aber hier gibt es Luft nach oben und mit etwas Arbeit kann hier eine sehr gute Punktzahl erreicht werden.
Semimobiler Aschenbecher
Nachdem erneut Flüssigkeit geordert wurde, konnte man sich wieder dem Hafer ergeben. Da sich der CEO eine Wurst gönnte, kann der Schreiberling nun auch ohne Umschweife zur nächsten Kategorie übergehen: Die Bockwürste!
Dass es solche in ihrer Reinform heute nicht käuflich zu erwerben gab, stellte schon den ersten Tiefpunkt dar. Allerdings konnten die zwei anwesenden Wirte/Ikonen/Legenden des Vereins uns über diesen Umstand hinwegtrösten. Schon die erste Kontaktaufnahme gestaltete sich für uns humorvoll. Auf die Frage, wieviele Zuschauer heute erwartet werden, wurde wie selbstverständlich mit "200" geantwortet. Das es am Ende nur 12 sein sollten machte die Antwort nur umso witziger. Auch weiterhin waren die beiden Gesellen sehr freundlich und rundeten jeden Besuch an der Tränke auf lustige Art und Weise ab. Ob es Hintergrundinfos aus dem Vereinsleben waren, die Anpreisung der Steaks, oder einfach nur die ein oder andere Lebensweisheit war, immer hatten beide einen lockeren Spruch auf Lager. Bevor sich der ein oder andere Leser jetzt verwundert die Augen reibt, ja es gab Steaks und Bratwurst. Diese wurden zwar auf einem Lavastein-Gasgrill zubereitet, bei den herrschenden Wetterverhältnissen aber aller Ehren wert! Desweiteren gab es Gummischlangen, zur Wurst Vollkorntoast (auf Wunsch auch angeröstet) und das war es dann auch schon an fester Nahrung. Bier gab es in vier verschiedenen Sorten und auch Kaffee wurde vom Fahrer als Wunschgetränk auserkohren und verzehrt. Der Preis ließ eigentlich keine Wünsche übrig: Bier aus der Flasche 1,50 €uro, Wurst/Steak 2,00 €uro. Leider gab es wie schon erwähnt keine Bocki und keine Fischsemmel. Trotzdem gibt es von so´n hafer eine hervorragende Bewertung von 4 von 5 Bockwürsten. Allein die beiden Kassenwarte rechtfertigen eine sehr gute Bewertung, sodass man bei dem ein oder anderen Schwachpunkt mal ein Auge zudrücken kann. Welcher Schwachpunkt? Das Steak war leider zu lange auf dem Grill und somit trocken und bei dem ein oder anderen Verzehrer sehr sehnig. Warm waren Sie zwar, aber nicht wie man es sich vom Grill wünscht. Dafür konnten die Bratwürste von Geschmack, Temperatur und Beilagen her vollkommen überzeugen. In diesem Bereich sind die Gastgeber wirklich hervorragend aufgestellt! Nur ein kleines Angebotsschild und die Bocki waren die einzigen offenen Posten, welche eine bessere Bewertung leider nicht zuließen.
Die heilige Dreifaltigkeit
Da mittlerweile die Herbstsonne alles gab, drehten die anwesenden Haferer eine Runde um das Stadion, womit wir auch schon bei der abschließenden Kategorie des Tages angekommen wären: Die Tribünen!
Die SG Motor Freital ist im städtischen Stadion des Friedens beheimatet. Dieses kann mit einem umlaufenden Naturhang aufwarten, welcher an den Längsseiten mit fünf Stehplatzstufen bebaut ist und in der Mitte wartet saftiges Naturgrün auf die Spieler. Hinter den Toren sind zwei massive Marathontore gebaut und rundherum verläuft eine Laufbahn. Hinter dem Tor liegt das Vereinsheim, welches einen niedlichen Eindruck macht, allerdings für uns verschlossen war. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass an dieser Sportstätte, im Schatten des Windberges der CEO auch schon den ein oder anderen Speer in die Luft geworfen hat. Ob diese Versuche von Erfolg gekrönt waren, möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen.
Im Schatten des Windberges wird gespielt
Im weiten Stadionrund gab es ausreichend Mülleimer und auch eine Flutlichtanlage kann bei einsetzender Dunkelheit den Grauen Star vertreiben. Alles palletti also?
Mit Nichten! Wieder einmal konnte keine Eintrittskarte käuflich erworben werden. Des einen Freud, des anderen Leid. Und zusätzlich diese unsägliche Laufbahn machen einen vollkommenen Stadionbesuch nicht möglich. Daher gibt es hier leider nur 3 von 5 Tribünenpunkten. Schade, auch hier entscheiden wieder nur Nuancen, über eine bessere Bewertung.
Trotzdem war es für alle Anwesenden ein recht beschaulicher Mittwochnachmittag. Für die elf Mannen des Heimvereins sicherlich nicht, aber die herbe Klatsche wurde mit einem Schulterzucken zu den Akten gelegt und sofort wurde sich auf das nächste, oder übernächste Spiel fokussiert.
Am Ende bleibt ein weiterer erfolgreicher Ausflug nach Freital, bei dem man sehen konnte, dass auch kleine Vereine einiges zu bieten haben.

Anwesende und Autoren: Richard Gläsel & Marcus Wiltzsch

Montag, 17. September 2018

FV Blau-Weiß Stahl Freital - SG Empor Possendorf

Samstag 15. September 2018


Das Autorenkollektiv zusammen unterwegs, das gab`s schon länger nicht mehr. Als es aber letzte Woche an einem der zahlreichen Stammleser lag, den verwaisten Stammautor zum Hafer zu begleiten klingelten die Alarmglocken bittersüß. Es galt Abhilfe zu schaffen und einmal mehr vereint aufzutreten. Um eben Angesprochenes umzusetzen wurden kurzerhand zeitliche Modalitäten geklärt und dann ist es plötzlich ganz einfach.
Samstagnachmittag, Fußball, geht los! 
Idyllischer Vorherbst in FTL
Während sich der eine den Ranzen im elterlichen Wohnstübl voll haut, durchforstet der andere die Untiefen des WWW um zu finden wonach es begehrt. Lange sollte die Suche nicht dauern und oben erwähnte Paarung erhielt den so wertvollen Zuschlag. Da nun feststand, wo der Weg hinführen sollte, galt lediglich zu klären wie eben jener zurückgelegt werden könnte. Einmal mehr sprang der rote Flitzer "Zwulf" in die Presche und geleitete das Autorenkollektiv sicher und beinahe auf direktem Wege (der Weg ist das Ziel, Umwege machen quasi das Ziel besser...) zur heute auserkorenen Spielstätte. Wer jetzt mehr und wer weniger Schuld an einem zeitlich kaum messbaren Umweg hatte führt an dieser Stelle zu weit und überhaupt wechseln wir doch lieber das Thema bevor unnötige Fragen gestellt werden... 
Tribünen!
Bezaubernder Blumenschmuck
 An dieser Stelle muss wohl erwähnt werden, dass wir hier bereits zu Besuch waren. Zu seiner Zeit handelte es sich aber um ein Vorbereitungsspiel bei mistigem Wetter, welches obendrein noch auf blödem Kunstrasen ausgetragen wurde. Wir stellen also alles auf Null und beginnen von vorne. Die Anreise, wie bereits zu genüge erwähnt, gestaltet sich, wenn man denn der Technick vertraut, recht einfach mittels Kfz. Auch Bahn, Bus und Zuglinien wurden im näheren Umfeld gesichtet. In welchem Rhytmus sich diese an einem Samstagnachmittag durch die Ortschaft quälen konnte und wollte nicht erörtert werden. Parkplätze schienen auf den ersten Blick reichlich vorhanden und letzten Endes reicht uns das. Beim Betreten der Sportstätte musste erstmals schwer geschluckt werden, verlangte man immerhin stattliche 3,50€ Eintritt pro Nase. Entschädigt wurde dieser gepfefferte Eintrittspreis dann schon durch die Tatsache das am heutigen Tag das Naturgeläuf dem Retortenrasen vorgezogen wurde. Flutlichtmasten, Sprecherturm, eine Vielzahl an Papierkörben und das Vorhandensein von Sitzmöglichkeiten auf der Haupt- wie Nebentribüne wussten ebenfalls zu gefallen. An dieser Stelle muss auch festgehalten werden das bereits erwähnter Turm nicht nur der Zierde dient, nein, ganz im Gegenteil. Die Beschallung durch den vereinseigenen DJ/Stadionsprecher/Animateur sucht seines Gleichen. Eine Mischung aus Ballermann und Folklore führten durch, geringfügig zeitversetzte Lautsprecheranlagen, zumindest für Gesprächsbedarf unter den Autoren. Seine Mühen um eine gelungene Unterhaltung möchte ich hier aber keineswegs absprechen, so wurden doch sämtliche Namen der Gäste, wie auch Heimmannschaft vorgetragen. Alles zusammengenommen findet man sich hier in einer Atmosphäre wieder, die dem ehrlichen Zuschauer freude macht. So bleibt nix außer 4 von 5 Tribünenpunkten zu vergeben, auch wenn das ein oder andere Auge minimal zugedrückt werden muss. 
Einmal in der Bewerterei angekommen machen wir doch gleich weiter. 
Essen muss der Mensch, naja und bei der Gelegenheit kann er ja auch gleich trinken, oder?! 
Grillmanni aus Leidenschaft
Ich fall mal mit der Tür ins Haus: 2,20€ für 0,4l frischgezapftes und 2,50€ für die Bratwurst... Ohne jetzt hier die wilde Sau sein zu wollen, aber auf einen gewissen Erfahrungsschatz können wir zurückgreifen und diese Preise sind nicht ohne! Oft lohnt sich aber der zweite Blick. Ein Bier zapfen ist weder Hexenwerk noch Zauberkunst und ob der Preis gerechtfertigt ist liegt wohl nicht in unserer Hand. Was zu bedenken ist, ist die hier offensichtlich gelebte Grillkultur. 5 € (oder wie es der Ortsansässige Kneipier zu sagen pflegt "5 Geld" ) für zwei Würste??? 
JA! Wenn, aber auch nur wenn, sie so dargereicht wird wie hier vor Ort. Senf, Ketchup, alles Klassiker, aber der Ton macht die Musik und hier ließ Mozart Grüßen! Auf Umwegen wurde erkannt, dass die klassische Fischi auch zu erwerben wäre und als ob das nicht genug wäre gab es auch allerlei an Süßwaren (Gummischlangen, Gummi-Burger). Einzig fehlte die Anpreisung der genannten Waren. So musste man sich ins Blaue stürzen und eben sehen, was es gab und was es eben kostete. Nebenbei, es gab auch Steak und Schaschlik vom Grill, nur wusste das keiner bis er nicht davor stand. 
Alles in allem aber, und das voll des Lobes, gibt es auch in dieser Kategorie 4 von 5 möglichen Punkten. Da fehlt nicht viel zur vollen Punktzahl. 
Mal ne Wurst ohne Darm
Einzig der Völlerei wegen verschlug es uns aber nun doch nicht an diesen Ort. Nein, tatsächlich galt es dem Ballsport zu fröhnen. Also widmen wir uns ihm doch auch. 
Die Saison noch jung ließ alles offen für die heutige Begegnung. Und als ob das, das Leitthema wäre, begann auch die Partie. Ein stetiger Ballbesitzwechsel zwischen beiden Mannschaft prägte den Beginn. In der Anfangsphase wirkten die Gastgeber bemühter um den Spielaufbau gegen tiefstehende Gäste. Die ist aber tatsächlich nur als Momentaufnahme zu werten. Tatsächlich hielt sich das Spiel die Waage und es passierte recht wenig Nennenswertes. 
Bis zur 32. Spielminute solte es so weitergehen ehe ein in der Tat mehr als sehenswerter Seitfallzieher der Nummer 10 die Hausherren in Front brachte. Das Wissen darum, dass es der 10`er war der traf, verdanken wir einzig und allein dem stets bemühten Stadionbeschaller, der zwar anfänglich auch nicht wusste wer traf, aber sich schließlich zu helfen wusste. Auf Nachfrage zeigte die Nummer 8 ihm 10 Finger entgegen und zack war der Sachverhalt geklärt und die Ordnung wieder hergestellt. Bis zum Pausenpfiff tat sich nicht mehr viel. Einige wenige Torabschlüsse der Gast11 ließen Freunde der Torschussstatistik aufhorchen, mehr aber auch nicht. 15 Minuten Pause wurden kurzweilig durch hämmernde Bässe und fragwürdigen und doch recht einsilbigen Sprechgesang überbrückt. 
SÜßKRAM!!!
Weiter gings, und zwar wie. So abtastend die 1. Hälfte begann so schnell klingelte es nach Wiederanpfiff. 48. Minute 2:0! Die Partie wurde munterer und unterhaltsam. Sogar Spannung flammte wieder auf als die Gäste in der 68. Minute den Anschluss markierten. Auf und neben dem Feld kam Schwung in die Runde. Nicht zuletzt auch wegen grotesker Forderungen nach dem Videobeweis auch in dieser Spielklasse... 
Anderswo freut man sich schon über Linienrichter, aber gut, jeder wie er denkt. Sieben Minuten sollten noch zu spielen sein als der schreibende Autor sich der Natur beugen musste und dem Stoffwechsel erfürchtig gewährte was er denn da forderte. Normalerweise tut das nicht Not, dass auch noch zu erwähnen, in diesem Falle wurden aber zwei weitere Tore der Stählernen verpasst. A-Junioren-Torschützenkönig der vorangegangenen Saison, Weidauer, bewies auch bei den Männern das mit ihm zu rechnen ist und markierte mit einem Doppelpack in Minute 89 und 90+1 den 4:1 Endstand. Da das alles nix hilft und man sich sowieso gerade auf den Örtlichkeiten befand konnten diese auch genauer inspiziert werden. 
Historische Stätte des SC Jochhöh
War ja sonst keiner da, haben ja alle Tore sehen wollen... 2 Pissoirs und eine emallierte Sitzmöglichkeit stehen hier zur Verfügung. Das, soviel vorweg, ist in dieser geringen Auflage einer der wenigen Abzüge die es hier geben wird. Während man andernorts mit Luftgebläse abgespeist wird zeigt sich in Freital der wahre Erfindergeist des 21. Jahrhunderts. Ein (nennen wir es mal) no-touch Papierhandtuchspender! Wahnsinn, da kommst du nach Freital und das letzte womit du rechnest ist DAS! Helm ab Frau Mütze, dass hat überzeugt. Da stört es auch nicht das man den Seifenspender noch manuell bedienen muss. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Sauber war auch alles, selbst auf den 2. Blick. Auch Spinnen müssen irgendwo wohnen, und da keiner weiß wer zuerst da war, geht es wohl in Ordnung, dass die da rum hängen. Alles in allem auch hier 4 von 5 Punkten. Klasse! 

Am Ende bleibt, ein geselliger Nachmittag mit ansehnlichem Fußball, einem no-touch Papierhandtuchspender und dem Wissen darum das der Mitteleuropäische Mischwald sich zu färben beginnt.

Anwesende & Autoren: Richard Gläsel und Marcus Wiltzsch

Montag, 10. September 2018

SV Dresden-Johannstadt 90 - Post SV Dresden

Sonntag 09.09.2018

Lange Zeit hat es gedauert, bis sich die Autoren wieder zu einem kleinen Bericht aufraffen konnten. Das soll sich mit dem Beitrag an dieser Stelle ändern. Zu gern hätten wir letzte Woche einen geharnischten Protestblog aufgrund des abgesagten Spieles des ortsansässigen Zweitligavereins gegen den ehemaligen Bundesliga-Dino geschrieben, aber anderweitige zeitliche Verpflichtungen ließen dieses Vorhaben scheitern.
Doch nun flux zum oben erwähntem Spiel.
Leider ist der Balkon nicht zu betreten
Stell Dir vor, die neue Fussballsaison hat gerade erst begonnen. Die erste Trainerentlassung hat es beim schwarz-gelben Fussballgroßmogul auch schon gegeben und alle sind gespannt, was der Interimstrainer so auf die Beine stellen kann. Eigentlich sind alle heiß auf Vereinsfussball! Alle? Nein. Ein Verband mit Sitz in Frankfurt hat darauf keine Lust und will den Leuten viel lieber die Weltmeisterschaftsversager nach dem so genannten "Neustart" präsentieren. Erste bis dritte Liga fällt damit wohl aus und es muss sich mit BRD gegen Peru begnügt werden. Erster Teil stimmt, zweiter nicht!
Warum sollte man sich so ein belangloses Testspiel gegen Peru antun, wenn vor der Haustür eine Menge anderer spannender Spiele auf einen warten?
Genau: es gibt keinen Grund!


Echte Honzabrühe!
Es hätte auch eines von den zahlreichen Partien des Sachsenpokals sein können, aber der Autor und ein Stammleser machten sich zum Landesligaspiel der Johannstädter Damen auf. Aber warum Frauenfussball? Erstens hatte man diesen Sportplatz bisher sehr lange links liegen lassen und zweitens... der Platz wurde noch nicht besucht.
Oft genug ist man an diesem Platz, zwischen Fährgarten und Sachsenplatz, vorbeigekommen, und viel zu oft hat man diesen Platz mit Nicht-Beachtung gestraft. Da an diesem schönen, spätsommerlichen Septembersonntag Zeit und Geld vorhanden waren, wurde in den Untiefen des welweiten Netzes gesucht und schnell konnte dieses Spiel erspäht werden. Fix über das Smartphone verabredet und schon war man nach einem kleinen Mittagsschläfchen vor Ort. Die heutige Anreise gestaltete sich dank Zwulf recht einfach. Schnell vor der ehemaligen Schankwirtschaft abgeparkt und die wenigen Stufen zum Elbufer hinabgestiegen, stand man auch schon vor der Sportanlage.
Diese besteht aus einem sehr schönen und gepflegtem Naturrasen, einer halben Naturtribüne, Flutlicht und Zaun. Mehr nicht. Und mehr braucht es für einen zünftigen Fussballnachmittag eigentlich auch nicht.
Die vorhin schon angesprochene ehemalige Gaststätte wird aktuell saniert, was ein Beobachten des Spieles von dem Balkon leider unmöglich macht. Wenn dieser Umstand abgeschafft wird, gibt es sicherlich eine mehr als gute Bewertung dieses Einodes der Dresdner Fussballlandschaft.
Dafür ist der Senf gut!
Doch will ich nun auch zum Wesentlichen unseres Besuches kommen. Die Tribünenbewertung. Wie eben schon beschrieben, hat der Platz eigentlich alles, was das Herz begehrt. Also 5 von 5 Tribünen? Mit Nichten! Die Anreise gestaltet sich mit den Öffis sehr einfach. Bus, Bahn und sogar die Fähre kann als Transportmittel auserkoren werden. Leider fehlen ein paar Mülleimer bei den Aufenthaltsflächen für Besucher und auch Sitzmöglichkeiten sind mehr als rar vorhanden. Wenn man nicht mit dem Gras am Hintern vorlieb nehmen möchte, sollten sich Betroffene vorher etwas in Form von Decken, Klappstühlen oder Sitzkissen mitnehmen. Auch die Ermangelung einer Eintrittskarte, bei nicht vorhandener Entrichtung eines Einlassobulusses zieht die Bewertung herunter. Daher kann ich hier leider nur 3,5 von 5 möglichen Tribünen vergeben.
Da der mitreisende Stammleser bei seinem vormittäglichen Besuch im Honzaland an den Ausflug gedacht hatte, gab es das erste Bier auf seine Kosten. Ein leckeres Radegaster befeuchtete die arg trocken gelegten Kehlen der beiden Anwesenden. Die weitere Futtersuche gestaltete sich recht einfach, womit wir auch schon bei der zweiten Kategorie sind: Die Bockwürste!
Post hat geflaggt!
Wenn man das Einlasstor hinter sich lässt, wird unweigerlich die Verpflegungsstelle passiert. Diese besteht aus zwei Biertischgarnituren und einem Gasgrill. Die beiden jungen Männer am Tresen waren sichtlich bemüht, den Besuchern eine einwandfreie Gewährleistung der Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Klappte eher suboptimal. Während der Halbzeit verspührte der Autor ein kleines Hüngerchen, was nicht mit einem Wölkchen besänftigt werden konnte. Also wurde ausgespäht, was es denn käuflich zu erwerben gab. Ernüchterung machte sich beim Anblick auf die Angebotstafel in Form eines DIN A4 Zettels breit. Bratwurst, Bier/Radler und AFG´s. Mehr gab es leider nicht zu holen. Auch die Preise trieben einem nicht die erhofften Freudentränen in die Augen. Radler 1,50 €uro, Bratwurst 2,00 €uro. Das sind für unsere gewohnten Verhältnisse schon sehr sportliche Preise. Kurz nach der Halbzeit musste der Grill noch einmal angeworfen werden, um das vorher schon gegarte Grillgut erneut zu erwärmen. Das dass seine Zeit dauert hätte eigentlich klar sein können. Während der Wartezeit wurde man nicht einmal freundlich bespasst von den anwesenden Kassierern. Die Krönung gab es schließlich beim Erhalten der begehrten Bratwurst. Nicht nur, dass diese aufgewärmt war, nein, geschmacklich war es auch kein Überflieger, aber das schlimmste war der Mostrich. In unseren Breiten sollte der gute Bautzner mittelscharf eigentlich zum Standardrepertoire eines jeden Haushaltes gehören. Nicht so beim SV Johannstadt. Nein, hier gab es ein unsägliches Noname Produkt aus der Quetschflasche. Die Farbe passte sichdann beim Probieren dem Geschmack an. Ekelhaft!

Nicht zuletzt aufgrund dieses Umstandes kann es hier nur 1,5 von 5 Bockwürsten geben.
Dann konnte sich dem Spiel wieder hingegeben werden. Die Heim11 befand sich vor dem Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz. Setzte es im ersten Saisonspiel doch eine heftige 1:9 Heimniederlage gegen den Chemnitzer FC. Die Gästinnen traten als Tabellenvierter an, nachdem im ersten Spiel der TSV Spitzkunnersdorf mit 7:1 geschlagen werden konnte. Tore waren heute also fast schon garantiert. Das diese in dieser Konstellation fallen würden, konnte keiner erahnen. Der Autor war noch mit dem Posten der Paarung auf Facebook beschäftigt, da klingelte es bereit zweimal. Die Hausherrinen kamen in der ersten Minute zum 1:0 und in der Minute danach konnten die Postlerinnen ausgleichen. Daraufhin entwickelte sich ein munteres Spiel, welches durchaus zu gefallen wusste. Technische Feinheiten konnten bei der ein oder anderen Dame erkannt werden und auch der Spielaufbau gestaltete sich durchaus ansehnlich. Anfangs konnte ein deutlicher Klassenunterschied festgestellt werden. Die in weiß spielenden Gästinnen konnten sich deutlich überlegenen Ballbesitz und ein großes Chancenplus erarbeiten. Bis zur Pause stand es dann 1:3. Äußerst ansehnlich war der letzte Treffer, entstanden durch eine direkt verwandelte Ecke von Laura Bachmann.
Nach der Pause konnten die Frauen aus Johannstadt das Spiel fast komplett drehen und zwischenzeitlich stand es 3:3. Die Postlerinnen konnten dann allerdings das Zepter wieder in ihre Hände nehmen und gewannen schlussendlich mit 5:3.
Nur mit den echten New Balance
Der gewohnte hafer aus hohen Bällen und den üblichen vulgären Zwischenrufen der Spieler und Zuschauer konnte heute nicht vernommen oder beobachtet werden. Eigentlich schade, aber auch mal erfrischend angenehm. Klar, haben sich die Damen auch mal laut über das Spielfeld unterhalten, aber der Schiedsrichter, dessen Assistent anscheinend seine Fussballschuhe vergessen hatte, konnte einen ruhigen Nachmittag verleben. Trotz das es einige Grätschen und diverse Nicklichkeiten gab, kam die Partie komplett ohne Karten aus. Ein Zeichen für das Fairplay.
Die verzehrten Flüssigkeiten mussten nach dem Schlusspfiff dann auch wieder den Körper verlassen. Dazu mussten erstmal die Schankwirte befragt werden, wo sich denn die gekachelten Nebenräume befinden. Nach kurzer Auskunft wurde das stille Örtchen auch recht schnell gefunden. Das ließ leider arg zu wünschen übrig. Ein Pissoir, eine Kabine. Mehr gab es nicht. Ob es Absicht ist, dass sich anscheinend sämtliche Putzutensilien in der Herrentoilette befinden, möchte ich hier unkommentiert lassen. Sauber waren die keramischen Nebenräume allemal, doch leider gab es weder Möglichkeiten zur Abtrocknung, noch gab es angemessenes Klopapier (Stalins Rache lässt grüßen). Hier kann es nur eine unterdurchschnittliche Bewertung der Klobürstenwertung geben: 1,5 von 5 Klobürsten. Immerhin hat es nicht unangenehm gerochen.

Am Ende bleibt ein netter Ausflug in die Niederungen des Frauenfussballs und ein neuer Platz in der sächsischen Landeshauptstadt.

Anwesender und Autor: Marcus Wiltzsch

Dienstag, 27. Februar 2018

Coffeshop, Bier und Fussball

PSV Eindhoven gg. SC Heerenveen

Man, man, man! Da haben die Verantwortlichen den hafer ganz schön schleifen lassen! Dabei ist es nicht so, dass König Fussball aus unseren Leben verschwunden ist. Vielmehr näherte sich die Lust und Laune das Gesehene in digitale Worte zu fassen fast gen 0 (in Worten: null). Die Gründe hierfür sind vielfältig und sollen an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden. Wir geloben Besserung! Zumindest werden wir uns bemühen, manchmal.
Aber jetzt zum eigentlichen Grund der nun folgenden Zeilen: Fussball! Genauer gesagt, Fussball im Ausland. Der Autor hat bei seinen letzten regenerativen Auslandsaufenthalten des Öfteren versucht ein Spiel im Stadion zu besuchen. Das hat, außer im Königreich Dänemark, nicht so recht geklappt. In der Niederlanden scheiterte es an der unklaren bzw. unverhältnismäßigen Problematik der Kartenbeschaffung, in Irland lag es schlichtweg an der Zeit.
Außenansicht
 Da auch mal der COO eine kleine Pause vom Alltag braucht, düste er vor zwei Wochen mit einem der Besten kurzerhand nach Amsterdam. Schon im Vorfeld wurde sich mit der ortsansässigen Liga- und Fussballkultur auseinandergesetzt. Dieses Mal sollte es klappen, wenn es nicht zur Tradition werden sollte, vor dem Stadion zu verweilen. Immerhin sind alle Guten Dinge derer drei. An diesem Wochenende sollte ausschließlich Eindhoven als fussballerisches Reiseziel herhalten können. Immerhin musste am Sonntag noch ein Konzert besucht werden.

Schon Wochen vorher wurde sich mit der Beschaffungsfrage auseinandergesetzt. In den Niederlanden kann man nicht einfach so eine Karte kaufen. Nein! Man muss sich ein Package holen. Besser gesagt, bewirbt man sich auf eines dieser Packages. Man gibt dem Verein sämtliche persönliche Daten, schreibt einen kurzen Text, warum man denn ins Stadion will und dann wartet man auf Antwort. Diese kam dann auch ein paar Tage später in Form von elektronischer Post. Die Resonanz war erfreulicherweise positiv! Danach muss man die Reservierung bestätigen, bekommt eine Bankdaten-E-Mail, überweist, bekommt eine Überweisungsempfangsbestätigung und schon darf man am Spieltag sein Package abholen. Ganz einfach also!
Blockwirrwarr am Eingang
Jetzt wird sich der geneigt Leser fragen, was es mit diesem ominösen Package auf sich hat. Der Ottonormalstadiongänger bezahlt dafür 65€uro und erhält außer der Eintrittskarte noch eine Bezahlkarte für das Stadion im Wert von zehn €uro (Für Speis und Trank) und eine Geschenkkarte für den Fanshop im Wert von 20€uro.
Da Amsterdam einige Vergnügungen bereithält, wurde sich sicherheitshalber für eine Anreise mit der Bahn entschieden. 49€uro pro Ganztagesticket für das komplette niederländische Staatsgebiet gelöhnt und schon konnte die etwa zwei stündige Fahrt losgehen. Bei der Suchmaschinenanfrage konnte festgestellt werden, dass das Phillipsstadion recht gut fussläufig vom Hauptbahnhof erreicht werden konnte. Es geht eigentlich nur gerade aus und nach etwa zehn Minuten steht man schon vor der Schüssel.  Zunächst begab man sich zur Ausgabestelle für unsere Packages. Diese wurden stilecht im PSV Couvert überreicht. Nach einer Runde um das Stadion wurde erst einmal der trockene Rachen befeuchtet und der Fanshop inspiziert. Die 20€uro auf der Karte hielten nicht lange und es wurde Häckelware für die Halsregion und ein Nicki für den Sommer erworben.

Langsam aber sicher begaben wir uns dann auch schon zu unserem Eingang. Dieser befand sich genau an der anderen Ecke. Nur gut, denn so konnte man den Mannschaftsbus der Gäste bei deren Aussteigen in Augenschein nehmen. Ein ganz normaler Bus mit Vereinswappen, nicht mehr und nicht weniger. Während sich noch der Kopf zerbrochen wurde, wie man mit Rauchware durch die Einlasskontrollen kommt, stand man auch schon hinter der Schlange und konnte sich zu seinem Block begeben. Dieser war weiter entfernt als man dachte. Ganze fünf Stockwerke musste man nach oben steigen, ehe man im Block GG ankam. Egal! Der Blick hinein ins Stadion, auf den grünen Rasen entschädigte für diese Strapazen. Sehr beeindruckend das alles! 
Bevor ich etwas näher auf das Spiel eingehe, möchte ich noch ein paar Worte zum Gastgebenden Verein verlieren.

Die Philips’ Sport Vereniging wurde im Jahre 1913 als Betriebssportgemeinschaft der Philips-Werke gegründet. Kurz sagt man einfach nur PSV Eindhoven. Gesprochen „PSWeji“. Derzeitiger Trainer ist Philip Cocu. Einigen älteren Semestern unter den Lesern sicherlich noch bekannt. Mit 23 nationalen Meisterschaften und 9 nationalen Pokalsiegen gehört die PSV zu den erfolgreichsten Sportclubs unseres Nachbarlandes. Zahlreiche große Namen hinterließen hier ihre Spuren. Um nur einige zu nennen: Arjen Robben, Mark van Bommel, Guus Hiddink und Ruud van Nistelrooy. Das Stadion wurde 1913 an aktueller Stelle erbaut und vom Philipskonzern zur Verfügung gestellt. Die Spielstätte wurde nach und nach immer weiter ausgebaut und renoviert. So hat es aktuell ein Fassungsvermögen von rund 35.000 Sitzplätzen. Stehplätze gibt es, nach englischem Vorbild, leider nicht. Dafür erinnert es ein wenig an einen Flickenteppich. Durch die immer weiter fortschreitende Erweiterung der Kapazität wurde mal dort eine Tribüne vergrößert, dort der Logenbereich ausgebaut und hier wieder ein zweiter Rang aufgestockt. Auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber mit einer Menge Charme versehen.

Die Hausherren stehen derzeit als Ligaprimus der Eredivisie dar. Der heutige Gegner aus Heerenveen sucht als Tabellenneunter nach Anschluss an die internationalen Plätze. Gute Voraussetzungen also, um ein spannendes Spiel zu erwarten. Nachdem sich noch mit vermeintlich ausreichenden flüssigen Vorräten bewaffnet wurde, begab man sich auf seine Plätze. Was als erstes auffiel, waren die sonderbaren Töne, welche an unsere Ohren drangen. Nicht etwa der gewöhnliche Stadionpop, wie man ihn aus der Bundesrepublik kennt, drosch aus den Lautsprechern, sondern zackige, basslastige elektronische Musik wurde den Zuschauern dargeboten. Das wusste schon einmal sehr zu gefallen. Danach kam es zum Singen der Hymne. Dies fiel sehr laut aus und machte schon Lust auf mehr. Der Einlauf der Gladiatoren wurde mit einigem aus Feuer- und Lichteffekten begleitet. 
Fett Krokett!
Die erste Hälfte des Spieles gestaltete sich dann auch wie man es erhofft hatte. Durch Tore von Santiago Arias und Luuk de Jong konnte die PSV seiner Favoritenrolle gerecht werden. Das Spiel war durchaus nett anzusehen und wusste dem mittlerweile getrübten Auge zu gefallen. 
Leider konnte die Stimmung nicht mit dem Spiel mithalten. Bei Torchancen wurde es zwar mitunter recht laut, allerdings scheint die Ultrakultur nicht in Eindhoven angekommen zu sein. Daher auch keinDauersingsang, wie man es vielleicht aus deutschen Stadien kennt. Allerdings wurde das „Come on PSV, come on PSV“ teilweise laut und vom Großteil des Stadions getragen. Das wusste streckenweise zu gefallen und zu überzeugen.

Zurück zum Geschehen auf dem Grün. 
Die Hausherren ließen die Zügel in der Zweiten Hälfte etwas zu locker und somit folgte, was folgen muss. Die Gäste erzielten das Anschlusstor und ließ die mitgereisten Anhänger kurz von ihren Sitzen erheben. Mehr kam über die ganzen 90 Minuten von den etwa 100 Auswärtigen nicht. Bis es dann in der 82. Minute erneut im Kasten der Rot-Weißen klingelte. Da wurde es im Eckblock nochmal kurz lauter. Die Heimelf versuchte nun wieder das Spiel an sich zu reißen und den erneuten Führungstreffer zu erzielen. Trotz starker kämpferischer Leistung gelangt es ihnen nicht. Schade, ich hätte gern noch einmal den unheimlich geilen Torsong gehört (Wer will, kann gern einschlägige Videoseiten bemühen).
Somit verließ man das Stadion schnellen Schrittes, um den Zug in Richtung Amsterdam nicht zu verpassen. Nach ein paar Gesprächen mit den sehr freundlichen Einheimischen, welche uns recht schnell als Deutsche entlarvten, gingen wir auch schon auf das Bahngleis und stiegen in den Zug. Mit einigen Bierchen und vielen Eindrücken folgte eine mehr als entspannte Rückfahrt.

Dem Stammleser wird an dieser Stelle auffallen, dass die gewohnten Bewertungsmaßstäbe der son´n hafer Redaktion nicht angewandt wurden. das ist vollkommen richtig und auch so gewollt. Schließlich handelte es sich bei dem Besuch um ein Erstligaspiel. Es wäre unfair den anderen Vereinen gegenüber, da eine objektive Bewertung der Tribünen unweigerlich das Gesamtergebnis verfälschen würde. Desweiteren kann sich der Autor beim besten Wissen nicht mehr erinnern, wie teuer die Speisen und Getränke vor Ort waren. Ob es am Erinnerungsvermögen oder am Genuss der alkoholischen Getränke liegt, lasse ich an dieser Stelle einfach mal unkommentiert. Fakt ist einfach, dass der Besuch sehr viel Spaß gemacht hat und so ein Bericht ohne Bewertung auch mal ganz erfrischend sein kann.


Am Ende bleibt der Stadionerlebnis beim hoffentlich neuen Meister, bei dem endlich der Länderpunkt Holland gemacht werden konnte und der Spaß nicht zu kurz kam.

Anwesender & Autor: Marcus Wiltzsch